Gedächtnisprotokoll des ersten Treffens der

Baumfreunde Detmold

 

 

Die Aktionsgemeinschaft Baumfreunde Detmold (vorläufige Arbeitsbezeichnung) will sich in Zukunft in Detmold für das Gedeihen, die Erhaltung und die Neupflanzung von (Stadt-) Bäumen einsetzen.

 

Die  Baumfreunde Detmold  gründeten sich während eines Treffens am Mittwoch, dem 27.04.2016, 19:00 – 21:00 Uhr, in der Meierstrasse 17 (GRÜNES Büro). Es handelt sich um den Zusammenschluss mehrerer Verbände, die sich bereits in der Vergangenheit für die Belange von Heimat, Natur und Umwelt engagiert haben.

 

Beteiligt waren Vertreter-innen von (in alphabetischer Reihenfolge:

 

  • BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), Ortsgruppe Detmold
  • GRÜNE Ratsfraktion Detmold
  • Klimaforum Detmold
  • Lippischer Heimatbund, Ortsverein Detmold
  • NABU (Naturschutzbund), Arbeitsgruppe Detmold    

 

Weitere Organisationen haben ihr Interesse an einer Mitwirkung bekundet.  

 

Dieses erste Treffen sollte dazu dienen, Ideen für künftige Aktivitäten zu sammeln; insbesondere wurden folgende Themen erörtert:

 

 

  1. Durch Anträge an Politik und Verwaltung soll die Erhaltung, Wiederherstellung und Erweiterung eines zahl- und artenreichen standortgemäßen Baumbestandes in Detmold eingefordert werden.
     
  2. Beispielsweise sollte sich die Stadt Detmold in einer „Selbstverpflichtung“ dazu bereit erklären, im eigenen Zuständigkeitsbereich für die Erhaltung und weitere Entwicklung des Stadtgrüns besondere Sorge zu tragen (so, wie es beispielsweise auch der städtische Klimabeirat empfohlen hatte).
     
  3. Durch Festsetzungen in allen städtischen Planverfahren, insbesondere in der Bauleitplanung, soll eine angemessene Durchgrünung sichergestellt werden. – Zwar enthalten gerade Bebauungsplänen in aller Regel schon solche Festsetzungen; jedoch bestehen erhebliche Mängel im Vollzug: mangels Kontrolle kann nicht sichergestellt werden, dass die Maßnahmen in der Praxis auch umgesetzt werden. Hier besteht ein erheblicher Nachholbedarf!
     
  4. Auch im Hinblick auf festgesetzte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Eingriffe in Landschaft und Umwelt wäre die tatsächliche Umsetzung zu prüfen.
     
  1. Die städtische Aktion „Neue Bäume für Detmold“ soll weitergeführt werden: dabei wurde jährlich eine größere Anzahl von Bäumen (in der Regel der aktuelle „Baum des Jahres“) an Institutionen wie Schulen, Kindergärten, Vereine und auch an Detmolder Privathaushalte vergeben. Nachdem eine Finanzierung aus Ersatzgeldern gemäß Baumschutzsatzung nicht mehr möglich ist, möge die Stadt die Aktion aus dem allgemeinen Haushalt finanzieren. – Angedacht wurde, dass die Baumfreunde Detmold die Aktion wenigstens symbolisch weiterführen (Vergabe von 5 – 10 Bäumen).
     
  2. Im Außenbereich wollen sich die Baumfreunde Detmold für die Erhaltung und Ergänzung von (ehemals) vorhandenen Alleen / Baumreihen an Straßen einsetzen. Möglicherweise sind die Straßenbaulastträger für solche Anliegen durchaus „aufgeschlossen“. Zu prüfen wäre, inwiefern Fördermittel (z. B. aus dem „Alleenprogramm“) dafür eingesetzt werden können.
     
  3. Die Unterstützung einer breiten Öffentlichkeit ist für die oben genannten Vorhaben unverzichtbar, insbesondere für Forderungen an die Politik.

    Deshalb sehen die
    Baumfreunde Detmold  Öffentlichkeitsarbeit als wichtige Aufgabe an, wobei Details noch zu klären sind. Denkbar sind – neben Presseberichten – auch Veranstaltungen („Tag des Baumes“) mit Vorträgen, Aktionen (Vergabe von Bäumen – s. Punkt 5), event. Radtouren zu besonders prägnanten Bäumen (Naturdenkmale) usw.
     
  4. Angestrebt werden Foto-Dokumentationen, die durch Unterstützung der Öffentlichkeit entstehen: z. B. Fotosammlungen von besonders erhaltenswerten Bäumen, von Bäumen als Naturdenkmalen, von eigenen „Lieblingsbäumen“ aber auch von Baumfrevel (Fällungen oder Schädigungen von Bäumen).
     
  5. Als erstes Medium der Öffentlichkeitsarbeit wird eine gemeinsame Internetseite der Baumfreunde Detmold eingerichtet, die auch die genannten Fotosammlungen enthalten soll.
     
  6. Diskutiert wurde auch die Möglichkeit, Bäume durch den Status eines „Naturdenkmals“ zu schützen. Doch soll dieser Weg mangels Erfolgsaussichten vorerst nicht weiter verfolgt werden. (Nach Abschaffung der Baumschutzsatzung können besonders erhaltenswerte Bäume noch Aufnahme in die Liste der „Naturdenkmale“ geschützt werden. Allerdings hat der Kreis, als zuständige Untere Landschaftsbehörde, in der Vergangenheit die Liste der Naturdenkmale sogar verkleinert, um den damit verbundenen Verpflichtungen zu entgehen. Zwar geschah dies teilweise mit ausdrücklichem Verweis auf „hinreichenden Schutz durch eine kommunale Baumschutzsatzung“; doch wird nicht erwartet, dass der Kreis nach Abschaffung der Detmolder Baumschutzsatzung eine erhöhte Bereitschaft zeigt, erneut mehr Naturdenkmale auszuweisen.)
     
  7. Ebenfalls vorerst zurückgestellt wurde die Absicht, auch die Wälder in Detmold (und Lippe) in den Aufgabenbereich der Baumfreunde Detmold aufzunehmen. Zwar wird die Forstpolitik gerade auch der öffentlich-rechtlichen Waldbesitzer (Landesverband) durchaus kritisch und im  Sinne der Nachhaltigkeit für verbesserungswürdig gesehen. – Deshalb soll das Thema mittel- bis langfristig auf der Tagesordnung bleiben. Kurzfristig sehen sich die Baumfreunde aber durch ein Engagement für den innerstädtischen Baumbestand gut ausgelastet.

 

 

Für das nächste Treffen wurde vereinbart:

 

Dienstag, 24.05.2016, 19:00 Uhr

Meierstraße 17 (GRÜNES Büro)

 

Neben den am Gründungstreffen beteiligten Gruppen (s.o.) sollen weitere sympathisierende Organisationen eingeladen werden. Eine Beteiligung von „Einzelmitgliedern“ ist (vorerst) nicht vorgesehen – Interessenten sollen eingeladen werden, bei den beteiligten Organisationen tätig zu werden. – Gegebenenfalls könnten die Baumfreunde Detmold in Zukunft einzelne Schwerpunkte setzten, die – je nach Interessenlage und bisherigen Arbeitsbereichen – von einzelnen Mitgliedsgruppen vorrangig bearbeitet werden.

 

(gez. Walter Sauter)

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